{"id":1298,"date":"2015-02-06T18:00:00","date_gmt":"2015-02-06T17:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/web3.ffw-erlenbach-stadt.de\/?p=1298"},"modified":"2023-01-01T15:27:20","modified_gmt":"2023-01-01T14:27:20","slug":"tibro-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ffw-erlenbach-stadt.de\/index.php\/2015\/02\/06\/tibro-studie\/","title":{"rendered":"TIBRO &#8211; Studie"},"content":{"rendered":"<p><strong>In den Jahren 1976 &#8211; 78 wurde die sog. ORBIT-Studie durchgef\u00fchrt. Dabei wurde das Brandverhalten von Wohnungen untersucht, die Zeit bis zum Flash Over, die Ertr\u00e4glichkeitszeit des Menschen bei Brandrauchbeaufschlagung sowie die maximale Rauchexpositionszeit, in der eine erfolgreiche Reanimation noch m\u00f6glich ist. Als Ergebnis der ORBIT-Studie wurden die uns heute bekannten Hilfsfristen festgelegt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die TIBRO-Studie stellt im Prinzip nur eine Wiederholung der ORBIT-Studie nach heutigen Gesichtspunkten dar. Durchgef\u00fchrt wird TIBRO in Kooperation der Universit\u00e4ten Wuppertal und Magdeburg, der BF Frankfurt am Main und der Vereinigung zur F\u00f6rderung des deutschen Brandschutzes (VFdB) mit Unterst\u00fctzung durch das Bundesinnenministerium und die Bundesanstalt f\u00fcr Materialpr\u00fcfung (BAM).<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Vorfeld wurden Brandversuche durchgef\u00fchrt, wobei jeweils das Brandverhalten einer Zimmereinrichtung aus den 1970er Jahren und einer Einrichtung nach heutigem Standart untersucht wurden. Dabei wurde bewiesen, das sich ein Brand in einem modernen Zimmer wesentlich schneller ausbreitet als in einer 70er-Jahre-Einrichtung und das der Brandrauch aufgrund der heute verwendeten Materialien mehr Giftstoffe enth\u00e4lt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nach einer \u00f6ffentlichen Ausschreibung hat die BF Frankfurt 20 Feuerwehren (FF und BF) gesucht, die an einem Einsatz\u00fcbungszyklus teilnehmen. Aufgrund der gro\u00dfen Bewerberzahl wurden letztendlich etwa 80 Feuerwehren aus dem gesammten Bundesgebiet eingeladen, darunter auch die Freiwillige Feuerwehr Erlenbach am Main.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zweck dieser Einsatz\u00fcbungen war es, eine durchschnittliche Zeit ab Eintreffen an der Einsatzstelle zu ermitteln, die deutsche Feuerwehren ben\u00f6tigen, um eine Person aus einer brennenden Wohnung zu retten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Am 6.2.15 trafen sich um 14.00 Uhr die Kameraden<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Alexander Monert<\/strong><\/li>\n<li><strong>Stefan Hofer<\/strong><\/li>\n<li><strong>Simon Waigand<\/strong><\/li>\n<li><strong>Christina Schmitt<\/strong><\/li>\n<li><strong>Michael S\u00fcssner<\/strong><\/li>\n<li><strong>Christoph Becker<\/strong><\/li>\n<li><strong>Bernd H\u00f6rnig<\/strong><\/li>\n<li><strong>Heiko Vogel<\/strong><\/li>\n<li><strong>Thomas Witt (als Beobachter und Verbindungsmann zur BF Frankfurt)<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>um mit dem HLF 20\/16 nach Frankfurt zu fahren.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sp\u00e4ter kamen<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Thomas Zimmermann<\/strong><\/li>\n<li><strong>Carsten Breunig<\/strong><\/li>\n<li><strong>Stephan M\u00fcller<br \/>\n<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>als weitere Beobachter nach.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nach einer Einweisung durch Herrn Tobias Pfl\u00fcger von der BF Frankfurt in die TIBRO-Studie wurden vier Einsatz\u00fcbungen im Feuer- und Rettungs-Trainings-Center (FRTC) der BF Frankfurt gefahren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bei allen \u00dcbungen ging es um einen Wohnungsbrand mit Menschenrettung, wobei sich das \u00dcbungsszenario bei allen vier \u00dcbungen unterschied. Jeder der acht an den \u00dcbungen beteiligten Kameraden wurde einmal im Angriffstrupp eingesetzt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bei der ersten \u00dcbung ging es um einen Wohnungsbrand im 2. Obergeschoss eines mehrst\u00f6ckigen Wohnhauses mit der Rauchgrenze an der Wohnungseingangst\u00fcr.<\/strong><\/p>\n<p><strong>In \u00dcbung zwei wurde ein Dachstuhlbrand in einem zweist\u00f6ckigen Wohnhaus angenommen, die Rauchgrenze war bereits an der Haust\u00fcr. Die vermisste Person wurde im Dachgeschoss gefunden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die \u00dcbungen drei und vier entsprachen im Prinzip der ersten \u00dcbung, die Brandwohnungen befanden sich aber im dritten bzw. vierten Obergeschoss.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Um die Verrauchung darzustellen, wurden die Atemschutzmasken der Angriffstrupps mit Blendscheiben verdunkelt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die FF Erlenbach wickelte alle \u00dcbungen wie einen Realeinsatz ab, der Angriffstrupp setzte vor dem \u00d6ffnen der Brandraumt\u00fcren den mobilen Rauchverschluss und ging mit Wasser am Rohr vor. Der Wassertrupp stand als Rettungstrupp bereit und der \u00dcberdruckl\u00fcfter wurde bereit gestellt. Der Schlauchtrupp \u00fcbernahm die verletzten Personen vom Angriffstrupp au\u00dferhalb der Rauchgrenze und verbrachte sie ins Freie.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das FRTC ist eine der gr\u00f6\u00dften und die modernste Feuerwehr\u00fcbungsanlage in Europa. In der gro\u00dfen \u00dcbungshalle ist ein Stra\u00dfenzug samt Stra\u00dfenbahnschiene und Oberleitung nachgebaut. Die Geb\u00e4ude dieses Stra\u00dfenzuges sind bis zu sechs Stockwerke hoch und k\u00f6nnen zu einem gro\u00dfen Teil vernebelt und mit Gas befeuert werden. Hinzu kommen eine kurze \u00dcberlandbahnstrecke mit Oberleitung auf dem Freigel\u00e4nde, die im Nachbau einer U-Bahnhaltestelle endet, eine Halle mit einer Flashover-Simulationsanlage und ein \u00dcbungskran f\u00fcr H\u00f6henrettungs- und Absturzsicherungs\u00fcbungen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dieser f\u00fcr uns alle sehr lehrreiche Tag endete f\u00fcr uns mit einer Nachbesprechnung mit Tobias Pfl\u00fcger bei Frankfurter Rindswurst und Kaltgetr\u00e4nken.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nach dem Eintreffen zur\u00fcck in Erlenbach wurde mit Hilfe der Erlenbacher Jugendfeuerwehr das HLF 20\/16 wieder aufger\u00fcstet und der Abend in gem\u00fctlicher Runde ausklingen gelassen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><em><strong>Bericht von Thomas Witt<\/strong><\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ie schnell kann ein Mensch aus brennender Wohnung gerettet werden?<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Forschung: Feuerwehren vom Untermain an Studie beteiligt<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcben f\u00fcr den Brandschutz der Zukunft Die beiden Feuerwehrm\u00e4nner ziehen die Luft aus ihren Atemschutzflaschen und tasten sich kriechend durch den unbekannten Raum. Sie sehen gar nichts. Mit dem Stiel der Feuerwehraxt erweitern sie beim Krabbeln ihre Reichweite. Ihr Auftrag: Menschenrettung aus einer Brandwohnung, ein Bewohner wird vermisst. Ihren mit Wasser gef\u00fcllten, schweren Schlauch ziehen sie neben sich her. Im letzten Wohnungsraum finden sie das bewusstlose Opfer, jetzt z\u00e4hlt jede Sekunde.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schnelle Menschenrettung: Die Feuerwehren aus Kahl und Erlenbach am Main geh\u00f6ren zu den 65 Feuerwehren aus ganz Deutschland, die im Rahmen der Tibro-Studie ausprobieren, wie schnell Menschen aus Brandwohnungen gerettet werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Es ist ein typisches Szenario, das den \u00dcbungen zugrunde liegt, die derzeit etwa 65 Feuerwehren aus dem ganzen Bundesgebiet im hochmodernen Trainingszentrum der Frankfurter Berufsfeuerwehr absolvieren. Jede Feuerwehr \u00bbrettet\u00ab viermal Menschen aus Brandwohnungen &#8211; im zweiten und im vierten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses, in den Wohnungen \u00fcber einer \u00bbSupermarktfiliale\u00ab und im Dachgeschoss eines Einfamilienhauses.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Ziel: Es wird gemessen, wie lange eine durchschnittliche deutsche Feuerwehr braucht, um einen 50 Kilo schweren Dummy bei einem Zimmer- oder Wohnungsbrand ins Freie zu retten. Dabei muss der mit Atemschutz ausger\u00fcstete, im Regelfall aus zwei Mann bestehende Trupp, der in das Brandobjekt hineingeht, ohne jede Sicht arbeiten. Im Einsatzfall w\u00e4re die Wohnung komplett verraucht. In der \u00dcbung wird diese Situation simuliert, indem die Blickfenster der Atemschutzmasken komplett mit Blechen verschlossen werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Daten f\u00fcr die Politik<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die \u00dcbungen sind Teil der sogenannten Tibro-Studie, an der die Berufsfeuerwehr Frankfurt beteiligt ist. \u00bbDie Daten, die durch die Studie gewonnen werden, sollen unter anderem Grundlagen f\u00fcr k\u00fcnftige politische Entscheidungen liefern\u00ab, sagt Tobias Pfl\u00fcger, Projektleiter bei der Frankfurter Berufsfeuerwehr. Dabei geht es um Hilfsfristen, Fahrzeug- und Personalausstattung im Brandschutz der einzelnen Kommunen, aber auch um Ausbildungsfragen. \u00bbEntscheiden muss letztlich die Politik, wir k\u00f6nnen daf\u00fcr aber eine neue Basis schaffen.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit von der Partie bei der aktuellen \u00dcbungsserie waren vom bayerischen Untermain die Feuerwehren aus Kahl (Kreis Aschaffenburg) und Erlenbach am Main (Kreis Miltenberg). \u00bbEs ist f\u00fcr eine Freiwillige Feuerwehr schon etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches, im topmodernen Trainingszentrum einer Berufsfeuerwehr \u00fcben zuk\u00f6nnen\u00ab, berichten die Kommandanten Florian Ritter (Kahl) und Thomas Zimmermann (Erlenbach) \u00fcbereinstimmend in Gespr\u00e4chen mit unserem Medienhaus. Es sei immer gut und hilfreich, in Objekten zu \u00fcben, die man nicht schon aus dem Effeff kenne.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00bbDas war f\u00fcr alle Beteiligten eine gute Erfahrung, auch wenn unsere \u00dcbungsteilnehmer damit gerechnet hatten, noch mehr gefordert zu werden\u00ab, berichtet Zimmermann. Sein Kollege Florian Ritter ist \u00fcberzeugt, dass \u00bbsolche \u00dcbungen immer f\u00fcr alle Beteiligten einen Erkenntnisgewinn bringen\u00ab. Er sieht au\u00dferdem einen Motivationsschub f\u00fcr seine Truppe: \u00bbSo ein Erlebnis hat man nicht jeden Tag, das ist auch ein Riesenspa\u00df f\u00fcr die Beteiligten.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Einsatz\u00fcbungen im Feuerwehr-Trainingscenter, einer riesigen \u00dcbungsanlage mit mehreren nachgebauten H\u00e4usern und Wohnungen im Norden von Frankfurt, sind dabei nur ein Teil der Tibro-Studie. Weitere Erkenntnisse versprechen sich die Forscher von standardisierten Brandversuchen (siehe Extra-Beitrag) sowie von mehreren Experten-Tagungen. Wesentliche Resultate der Forschungsarbeiten sollen auf der weltweit f\u00fchrenden Fachmesse Interschutz im Juni 2015 in Hannover vorgestellt werden, k\u00fcndigte der Frankfurter Projektleiter Pfl\u00fcger an.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Er und die Forschungspartner sind sicher, damit neue und bessere Grundlagen f\u00fcr die Planung und politische Bewertung des Brandschutzes der Zukunft in Deutschland zu liefern.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Tibro Sicherheitsforschung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hinter dem Akronym Tibro verbirgt sich ein gro\u00dfes Forschungsprojekt zu grunds\u00e4tzlichen Fragen des Brandschutzes in Deutschland. Tibro ist die Kurzform f\u00fcr \u00bbtaktisch-strategisch Innovativer Brandschutz aufgrund risikobasierter Optimierung\u00ab, hei\u00dft es auf der Website des Projekts.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und weiter steht dort: \u00bbInsgesamt vier Forschungspartner haben sich in einem vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung gef\u00f6rderten Verbundprojekt das Ziel gesetzt, das Feuerwehrwesen in Deutschland zu analysieren, auf seine Zukunftsf\u00e4higkeit zu untersuchen und Empfehlungen zu geben. Im Fokus stehen dabei die Risikobetrachtung und die Entwicklung des Systems Feuerwehr in Deutschland.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Projektpartner bei Tibro sind neben der Feuerwehr Frankfurt &#8211; die den Blick in die Praxis gew\u00e4hrleistet &#8211; die Universit\u00e4ten in Magdeburg und Wuppertal sowie die Bundesanstalt f\u00fcr Materialforschung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Eine f\u00fcr den betrachteten Untersuchungsgegenstand heute noch viel zitierte Arbeit sei die Studie \u00bbFeuerwehrsystem ORBIT\u00ab aus der Mitte der 1970er-Jahre. Diese Resultate seien aber nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df, \u00bbweshalb eine erneute Untersuchung des Themenkomplexes notwendig ist\u00ab.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens Tibro seien vorrangig f\u00fcr die Endanwender, \u00bbdas hei\u00dft unmittelbar die f\u00fcr Feuerwehren zust\u00e4ndigen F\u00fchrungskr\u00e4fte, Verwaltungsinstanzen und politisch Verantwortlichen\u00ab, gedacht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehr Information: <\/strong><a href=\"http:\/\/www.tibro-sicherheitsforschung.de\/\"><strong>www.tibro-sicherheitsforschung.de<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Quelle: http:\/\/www.main-netz.de\/nachrichten\/region\/frankenrhein-main\/franken\/art4005,3491220<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bilder FF Erlenbach:<\/strong><\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren 1976 &#8211; 78 wurde die sog. 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